Heute vor 20 Jahren.
Feb 20
Heute ist wieder einer dieser Tage, wo ich dasitze und nachdenke. Nachdenke über mein Leben. Vor zwanzig Jahren ist mein Vater gestorben. Und zwanzig Jahre sind eine lange Zeit. Nun, ich war damals sechs Jahre alt, kann mich nur bruchstückweise an ihn erinnern. Mutter hat oft erzählt, wenn er am Leben geblieben wäre… Ja. Wenn er am Leben geblieben wäre, hätte ich noch drei jüngere Geschwister und würde wieder in Kroatien leben. Vermutlich mit einer “anständigen” Berufslaufbahn. Wer weiss, vielleicht wäre ich schon verheiratet und hätte drei Kinder?
Keine Ahnung, wie es gelaufen wäre. Ich weiss auch nicht, was besser oder schlechter ist. Jetzt, mit 26 noch eine zweite Ausbildung machen, dafür aber in einem Bereich, den ich locker als meine Berufung ansehe? Oder würde ich jetzt “daheim” sitzen und meinem dritten Sohn die Windeln wechseln?
Ich wette, ich wäre mit der Windelwechselgeschichte auch glücklich. Vielleicht auch glücklicher als ich es jetzt sein kann. Andererseits, ich meine, ich lebe in einem wunderbaren Land (okay, es gibt bessere, aber ich liebe Deutschland nunmal), arbeite in einer guten Agentur und hab’ nicht nur einen fabelhaften Mann an meiner Seite, sondern auch sehr gute Freunde. Hätte ich das alles anderweitig auch?
Nun, diese Überlegungen gleiten schnell ab. Was wäre, wenn? Ich wäre froh darum, wenn mein Vater am Leben wäre. Und ich würde sicherlich dann auch meine (fiktive) Situation gutheissen.
Nichtsdestotrotz liebe ich meine jetztige, reale Situation (auch wenn grad Schule und Arbeit ein wenig schlauchen und ich am liebsten einfach mal drei Tage durchschlafen möchte).
Wie auch immer. Es ist ja nicht so, dass Vater nicht mehr da ist. Er ist da. Nur eben sein Körper nicht. In meinem Herzen lebt er weiter.
Heute ist in seinem Namen eine Kirchenmesse in seinem Dorf. In Gedanken bin ich dabei. Tata, ja sam uvjek tvoja.








