sonntägliche Panik.

by Rozana

Meine kleine Welt, meine Wohnung, wird vom Chaos regiert. Macht ja nichts, denn wie heisst es so schön: Ordnung ist das halbe Leben. Die andere Hälfte ist das Chaos. Nur, dass bei mir die die Chaos-Hälfte eben… stärker ausgeprägt ist.
Bis jetzt habe ich aber immer alles gefunden. Bis jetzt.

Am Donnerstag, also in vier Tagen ist meine Zwischenprüfung (ich sollte mal anfangen, zu lernen, hm?).
Neben ein paar Schreibunterlagen muss ich auch meinen Nachweis, dass ich ein Prüfling bin (in dem Fall Nr.1054), mitbringen.
Ein Brief, DinA4, mehr nicht. Ein Blatt Papier, zweifach gefaltet, weil es mit der Post verschickt wurde. Und zwar im Januar schon. Ich habe diesen Zettel also seit zwei vollen Monaten in meiner kleinen Welt. Irgendwo.

Hab’ ich schon erwähnt, dass ich chaotisch bin?

Ich habe alles durchsucht. Und wenn ich sage “alles”, meine ich das auch so. Meine kompletten Regale, Ordner, sämtliche Papierstapel. Ich habe Skizzen gefunden von 1996, Zeitschriften von 2002, alte Liebesbriefe… Aber meinen Nachweis? Nein.

Vor meinem geistigen Auge verwandel’ ich mich in einen Balrog…
“Du kommst nicht vobei!” schreit Gandalf und stösst mit seinem Zauberstab in die Brücke, sie geht entzwei… Die Steine, die mich zum Prüfungsgebäude hinübergeführt hätten, fallen mit grossem Getöse in die ewigen Feuer der Niederhöllen… Mit einem gellenden, schmerzverzerrten Schrei stürze ich mich in meinen Untergang…

Pinnwand. Ich habe eine Magnetpinnwand. Ich benutze sie fast nie. Einfach deswegen, weil sie sehr klein ist, ziemlich unnütz und Homer Simpson auf ihr abgebildet ist, wie er sich an die Stirn patscht und “D’Oh!” ruft - ist eigentlich eher etwas für die Optik.
Der Balrog, der ich vorher war, verwandelt sich in Homer Simpson.
Denn genau auf seiner Stirn habe ich vor zwei Monaten ein Blatt Papier angepinnt, um es ja nicht zu verlieren. Dumm, dass ich mich daran nicht mehr erinnern konnte.

8 Antworten zu “sonntägliche Panik.”

  1. Genau sowas kenne ich auch zu genüge! Fragt sich eben nur, was aufwendiger wäre, aufzuräumen oder jedesmal alles auf den Kopf zu stellen? ;)

  2. Falkenschwinge on March 27th, 2006 at 6:33 am

    … immerhin hättest du als Lady Balrog so ein tolles Flammenschwert.

    Merke: Der eigene Mirkrokosmos ist von innen größer wie es von aussen den Anschein hat.

    :-)

  3. Einmal definitiv aufzuräumen würde erst dann Sinn machen, wenn ich danach ordentlich bleiben würde. Demnach keinen. Und Suchen werde ich so oder so immer - weil ich [b]immer[/b] eine andere Stelle finde, die “sicher” ist - und die wiederum vergesse. Hat was von einem Eichhörnchen.

    Und als Lady Balrog war ich wenigstens ‘ne heisse Braut!
    Und jap… das mit der Grösse wird mir auch jedes Mal auf’s Neue bewusst… *sfz*

  4. moin moin,

    ich kenne dieses problem genau so. übel.
    das nächste problem ist halt nur das ich auch nicht “ordentlich” bleiben kann! shit oder?

    gruß Christian

  5. wenn ich etwas so verzfeifetlt suche und es anschliessend nicht finde, höre ich auf zu suchen und lass mich von dem gesuchten Gegensand finden!

    Kommischerweise geht das zu 98%!
    die 2% werden auf wiederholten Suchversuch verbucht der dann auch erfolgreich ist!

    klingt völlig unlogisch - ist aber so!

  6. grisu: richtig! da sind wir beide gleich… ;-)

    seba: Ich habe aber leider nie die Geduld dazu, den Gegenstand auf mich zukommen zu lassen, und wenn, passiert das meistens dann, wenn ich ihn nicht mehr brauche. Und dann… ist es zu spät.

  7. Rozana - huschhusch, lernen. SOFORT! Aber nicht zuviel, damit du in der Prüfung nicht wieder einschläfst ;-)

  8. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass mir das ewig nachgetragen wird…

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