Es gab leider nicht nur Schönes auf der Fahrt durch Kroatien.
Als wir von der supertollen neuen Autobahn “A1″ (übrigens auch die einzige im Land) abgefahren sind, um in den Nationalpark “Plitvicer Seen” zu gelangen, sind wir ein Stück durch kleine Ortschaften gefahren - vielleicht mit jeweils 100 Häusern, mehr nicht.
Und viele hatten noch Spuren vom Krieg.
Beim Durchfahren konnten wir regelrecht sehen, wie damals die Panzer die Strasse entlanggedonnert waren und einfach mit ihren MG’s in den Ort schossen. Die Höhe und die Abstände der Löcher in den Häuserwänden verraten es heute noch.
Irgendwie wird einem da anders.
Bei einer Kirche am Strassenrand mussten wir jedoch einfach halten - denn es war irgendwie unfassbar. Der Turm wurde komplett zerschossen. Nicht “nur” vom Strassenrand, sondern die Soldaten mussten abgestiegen, hingelaufen und sie zudem noch mit Granaten beworfen haben. Anders ist es nicht zu erklären.
Ich glaube an Gott - und es ist ein seltsames Gefühl, Spuren solch blasphemischer Handlungen zu sehen. Ein Gebäude, in dem Menschen Zuflucht suchen.
Aber das ist wohl Krieg.
Im Kirchturm sieht man den Granatenbeschuss.
Die Kirche wurde von vorne komplett beschossen.
… und wenn man innen steht, sieht man an den Sonnenflecken, wo sie geschossen haben.