Wer schön sein will, muss leiden?

by Rozana

Heute war ein selten bescheidener Tag. Oder anders: Der Tag war komplett von Pechsträhnen durchwoben.

Um genau zu sein, hat es ja gestern Abend schon angefangen. Nachdem ich nach auf dem Heimweg aus der U-Bahn gestiegen und die Steintreppen hochgelaufen bin, meinte mein Stiefel (rechts), sich unbedingt in meinem Hosenbein (links) einhaken zu müssen. Was dazu führte, dass ich die Treppe von ganz nahem betrachten konnte und jetzt eine üble Schürfwunde am Knie (rechts) habe. Wie das möglich ist? Ganz einfach: man trägt Hosen, die so einen breiten Schlag haben, dass sie im Stehen wie ein Rock wirken.
Und bei meiner so empfindlichen Haut werde ich meinen Kindern noch die Narbe zeigen können. Aber bis dahin tut es sicher nicht mehr weh.

Heute morgen beschließe ich, meine neuen, tollen (hohen) Stiefel einzuweihen, die ich mir am Samstag besorgt habe (aus dem Gedanken heraus, mal etwas “schicker” durch die Weltgeschichte zu spazieren), statte meinen Wintermantel mit Handy und Co. aus, richte mich und ziehe meinen Mantel an. Klar, dass es nicht der Wintermantel war, sondern mein herbstlicher Ledermantel. Und? Wo ist das Handy? Wo ist der Rest? Brav daheim an der Garderobe und wartet, bis ich wieder heimkomme.
Na ja, man kam schließlich früher auch schon ohne eine mobile Telekommunikationseinheit aus. Also schaffe ich das jetzt auch. Einen Tag.

Im Geschäft: Meine Stiefel drücken ein bisschen. Egal, sind ja neu - laufen sich sicher noch ein. Ich also in die Küche, den ersten Kaffee rauslassen… Irgendwie habe ich wohl die Tasse verfehlt und da, wo die Tasse hätte sein sollen, ist meine Hand.
Kaffee soll ja bekanntlich gut für die Haut sein. Trotzdem tut es weh.

Gegen Feierabend: Oh ja, eMails checken. Ich bin mit A verabredet. Hab’ ihr auch in der eMail geschrieben, dass mein Handy heute Urlaub hat und ich via also nicht erreichbar bin. Kein Thema, haben ja schließlich Treffpunkt und Zeit ausgemacht. Halb sieben vorm “Karstadt”.
Ich gehe pünktlich aus der Agentur und habe also noch eine halbe Stunde Zeit. Alles stressfrei, schließlich kann ich auch nicht schnell laufen, die Stiefel drücken inzwischen ziemlich. Auf dem Weg male ich mir aus, wie viel Blasen ich wohl haben werde, als die erste platzt. Ich höre deutlich, wie ein kleiner Knall durch meinen Stiefel jagt. Ich bin aber tapfer, gehe weiter und warte auf den nächsten Knall. Aber nichts.

Ich stehe, nein, sitze vorm “Karstadt” und warte auf A. Ich bin pünktlich, fühle mich wie eine alte Oma und warte. Zehn Minuten. Hmm, war es auch wirklich der “Karstadt”? Bestimmt. Ich ruf sie mal an - Oh, stimmt. Da war was. Also warte ich weiter. Nichts. Oder war es um sieben?
Plötzlich bin ich verwirrt. Halb sieben? Sieben? Karstadt? Kaufhof? Heißt irgendwie alles gleich. Mist, ich weiß es echt nicht mehr.
Um sieben gehe ich, kann jetzt eh nichts dran ändern.

Beim Aufstehen merke ich, dass meine Füße angefangen haben, richtig weh zu tun. In zehn Minuten bin ich an der Haltestelle. Schritt für Schritt. Bahn da, ich rein. Beim Aussteigen fällt mir auf, dass ich seit langem mal wieder nicht mit dem Auto zur Haltestelle gefahren, sondern… zu Fuß gekommen bin. Fünfzehn Minuten gehen. Ich könnte durchdrehen.

Ich war selten so froh, endlich zu Hause zu sein. Und morgen trage ich wieder meine Turnschuhe. Übermorgen auch.

9 Antworten zu “Wer schön sein will, muss leiden?”

  1. Ich würde dir sofort eine riesengroße Dose Mitleid ins Blog stellen, wenn ich nicht heute statt zur Berufsschule in die Firma beordert worden wäre… 13 Stunden reine Arbeitszeit, und morgen (äh… heute) geht es noch weiter. Die Dose Mitleid hab ich also leider schon selbst aufgebraucht, aber ich kann dich noch ganz lieb knuddeln und trösten… ;)

  2. Tja… auch solche Tage gibt es. ;)
    Was war nun eigentlich mit Deiner Verabredung?

  3. Matthias, okay - Du hast sie Dir auch verdient! ;-)

    SODL: Als ich daheim war, habe ich A dann angerufen und sie wartete, von halb bis sieben vorm “Kaufhof”. Und öhm ja, das war auch der Treffpunkt. *hüstel*
    Wir starten aber heute Abend nochmal einen Versuch. ;-)

  4. Genau.
    Aber diesesmal mit Handy und vorm WMF.
    Gelle?
    Da gibts keine verwechslungsgefahr….. ;-)

  5. Si, Madame!
    Handy parat und voll aufgeladen!

    PS: check eMail…!

  6. du arme :-)
    aber wenns dir hilft - ich bin die woche bei uns zu hause auch und zwar von der treppe gesegelt :o

  7. Hoffentlich nicht schmerzhaft!
    (aber ja, bisschen hilft’s… ;-) )

  8. naja. leicht angeschwollen war der arm und nu isser noch blau. aber geht wieder :-)
    sowas passiert, wenn man an seinem letzten arbeitstag vorm urlaub verschläft und nicht aufpaßt, wo man hintritt (nämlich ins nichts) ;-)

  9. Irgendwie passiert mir aber sowas ständig, nur so leicht, dass es nicht erwähnenswert ist. Ich bin schon ganz froh, dass die Ecken in der Agentur schön rund sind - und ich die Kollegen mit meinen “au”’s erheitern kann, wenn ich durchlaufe.

    Urlaub? *neid*
    Genieß’ ihn! :-D

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