Theater: Liliom.

by Rozana

Sonntag Abend gab’s Theater.
Ich mich also in eine schicke Stoffhose, ein Spitzenoberteil und High Heels geschmissen, meine Haare zu einer labyrinthähnlichen Figur gen Himmel getürmt, Ohrringe bis zum Dekolleté eingehängt und ab ins Staatstheater.
Um genau zu sein, haben wir uns Liliom gegönnt:
Der junge Karusellausrufer Liliom ist ein begehrter, wilder und aufsässiger Mann, in den sich schon viele Mädchen verliebt haben. Eines Tages trifft er auf Julie, die sich Hals über Kopf auf ihn stürzt und deren Schicksale, gewollt oder ungewollt, auf einmal nicht mehr voneinander loszukommen scheinen. Ihre unheilvolle Zweisamkeit, geprägt von Liebe, Leid und Schlägen beginnt in einem noch tieferen Chaos zu versinken, als plötzlich ein Kind untwerwegs ist…

Um es mal in schöne, literarische Worte zu fassen (nicht von mir!):liliom.jpg
“Die Legende vom unverbesserlichen Liliom, dessen Herz besser ist als seine Taten, dessen Geliebte aber besser als sein Herz, begründete 1909 den Ruhm des ungarischen Dramatikers Franz Molnár. “Die Gefühlsebene der Liliom-Dichtung ist durch eine Linie gelegt, in der Brutalität und Zartheit einander schneiden. Dort kann geschehen, dass Prügel nicht schmerzen, dass eine Welt von Güte einen Mordplan hochschwemmt. Dieses Irrationale des Herzens – an einem einfachen Menschtyp, in einem einfachsten Beispiel aufgezeigt – gibt dem Vorgang seine höhere Ratio.”, schrieb Molnárs Übersetzer Alfred Polgar.”
[übernommen von folgender Quelle.]

ich gehe selten ins Theater, daher kann ich nicht wirklich eine angemessene Kritik schreiben.
Aber was ich gesehen habe, war sehr beeindruckend - schließlich schafften es acht Schauspieler, ohne viel Requisiten eine spannende, nachvollziehbare und tragische Geschichte an den Zuschauer zu vermitteln, die durchaus mit gutem Humor gesegnet war. Die Künstler schrien, lachten, tanzten, schlugen sich durch die über zweistündige Perfomance und holten sich am Ende mehr als nur einen Applausschwall beim Publikum ab. Der Witz, der teilweise hinter den Dialogen steckte, lockerte die von Grund auf zum Scheitern verurteilte Beziehungsgeschichte auf, ohne ihr die Dramatik zu stehlen.
Sehr gut gemacht und klasse Schauspieler.
Erschreckend, dass man in manchen Situationen allzu leicht Parallelen zu finden weiß.

Trotz 7 € weniger (Schüler),8 Blasen mehr und einem platten Po: Sehenswert.

[Foto: David Graeter; Staatstheater Stuttgart]
[Wiki-Info zu Liliom.]

8 Antworten zu “Theater: Liliom.”

  1. “Erschreckend, dass man in manchen Situationen allzu leicht Parallelen zu finden weiß.”
    …das ganze Leben ist ein Spiel… ?! ;) :/ :D :( :P

    Nur eines fehlt in diesem Beitrag > ein Bild von Dir in deiner schicken Stoffhose, den spitzen Oberteil, den High Heels und nicht zuletzt der abyrinthähnlichen Figur deiner Haare! :D

  2. Ich habe Angst. Muss ich mir sowas auch anziehen, wenn wir ins Theater gehen?

  3. keine Sorge - ich habe aus meinen Fehlern gelernt - nächstes mal ziehe ich keine Highheels an. Sneakers rocken.
    Und nein, komm einfach normal - ich “normal” wäre halt underdressed gewesen.
    Wann gehen wir denn?

  4. Hach… kulturelle Ereignisse sind schon was tolles.
    Ein Musical ist zwar kein Theaterstück, aber dennoch schön.
    Vor ein paar Jahren lief die 42nd Street in Stuttgart.
    Das war auch ein schönes kulturell amüsantes Ereignis! :-)

  5. Ein Musical habe ich bisher auch besucht, dabei weiß ich jetzt schon nicht mehr, wie es hieß. Ziel ist immernoch “Phantom der Oper” zu sehen - da ich im Chor das schon mal singen durfte, reizt mich dieses besonders.

  6. oha! Du singst im chor?! übrigens! das Design ist nett, etwas chaotisch im Contentbereich aber nett! :D

  7. Das mit dem Design war ein Faux-pas. Ich bleib’ beim alten.

  8. Also ich habe diese schon gesehen. (Allesamt empfehlenswert!)
    My Fair Lady, Grease, 42nd Street und noch irgendein anderes… Der Name ist aber leider weg und kommt mir nicht mehr in den Sinn. (und Holiday on Ice, obwohl das etwas anderes ist)
    Zum “Phantom der Oper” konnte ich bis dato noch niemanden überreden. Und sowas großes muss man ja geniessen…

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