Sneak #469: Barfuss bis zum Hals.
by RozanaEine Sneak der etwas anderen Sorte im Metropol: Dieses Mal wurde ein Film präsentiert, der noch nicht final geschnitten und vertont wurde. Und der Regisseur saß mittem im Publikum.
“Barfuss bis zum Hals” handelt von dem Jungen Jakob, der auf einem ostdeutschen Nudistencamp aufgewachsen ist und dort noch mit seinen Eltern lebt. Aber er ist “anders”, denn er trägt gerne Kleidung. Eines Tages wird allerdings das Grundstück verkauft, und zwar an einen Münchner CSU-ler namens Herrn Dieter Lohe, der ausgerechnet auch noch Mode-Designer ist.
Lohe beschließt mit seiner Tochter Natalie, das Grundstück (ein angebliches Jagdgebiet) genauer in Augenschein zu nehmen und dort Urlaub zu machen, um die Vater-Tochter-Beziehung zu kitten - hat allerdings keine Ahnung, was ihn dort erwartet. Um ihren Pachtvertrag mit dem neuen Besitzer allerdings nicht in Gefahr zu bringen, beschließen die Nudisten, sich zu “verkleiden”. Und klar, dass sich Jakob dann auch noch in Natalie verliebt.
So weit zur Story. Läuft als Komödie, ist auch eine. Zwar hat sie nicht die Brüller-Witze intus, aber sie ist angenehm, bringt die Thematik sowie Problematik charmant auf den Punkt (nicht nur zwischen den Jugendlichen, sondern eigentlich zwischen sämtlichen Darstellern des Films) und regt auf zum Nachdenken an. (Zu?) viel nackte Haut, ohne obszön zu wirken, stellenweise auch schon artig hinter Blumenvasen versteckt. Dass die Schauspieler so freizügig spielen, ist ein positiver Punkt. Auch die “Textiler” haben gut gespielt, besonders Natalie (und hübsch anzuschauen war sie auch, ich finde aber gerade auch kein Foto).
Was das eigentlich Interessante an dem Film war, war die Tatsache, dass wir uns im Anschluss ohne Allüren und im kleinen Kreise mit dem Regisseur unterhalten konnten. Kritik, Komplimente, Fragen, Unverständlichkeiten wurden offen angenommen und besprochen. Was hat uns gestört? Was fanden wir gut? Was sollte eher raus? Es hat Spaß gemacht, “hautnah” dabei sein zu können. War super.
Und was wollte ich? Noch mehr solcher Abende, mehr Hintergründe zum Film, mehr Meinungen vorab (außer die Profilierungszwänge einiger anderer Cineasten), mehr Nähe zum Film durch direkt agierende Leute.
Und was wollte ich nicht? Die Himmelsglocken. Mal sehen, ob sie rauskommen oder nicht.
Bin ja fast schon versucht, im Herbst mir diesen Film nochmal anzusehen, wenn er final ins Kino kommt.
Liebe Sneak im Metropol: Danke!






ich würd gern mal wissen in welchen kinos der film läuft weil bei mir in der umgebung (saarland) läuft der nicht?!