Mauritius, ein Horror-Paradies.

by Rozana

Wenn man an Mauritius denkt, denkt man an ein paar Dinge: entweder eine Trauminsel, eine Bildagentur oder aber auch eine Cocktail-Bar-Restaurant-Lounge-Kette im Stuttgarter Raum. Auch wenn ich lieber auf der Insel gewesen wäre, war ich letzten Freitag “nur” in der Bar, die es gefühlt seit Ewigkeiten schon in Stuttgart gibt.

Der folgende Beitrag ist rein subjektiv, ich werde dennoch versuchen, möglichst sachlich zu bleiben.

Es wurde eine kleine Firmenfeier veranstaltet, ich als “Anhang” war mit eingeladen. Offizieller Beginn war um acht, aber da es eine lockere Runde war und ich noch etwas zu erledigen hatte, stieß ich erst um neun hinzu. Es gab keinen freien Stuhl mehr am Tisch, der Veranstalter war so nett, mir einen beim Kellner zu erbitten. Kurze Zeit später brachte er ihn mir auch. Der Tisch war schon recht voll, also rückten wir etwas zusammen, da wir aber alle nur getrunken haben (aber das ordentlich), brauchten wir auch nicht so viel Platz.

Um es mal in Zahlen zu nennen: Es wurde für zehn Leute reserviert. Ich war aber schon Nr. 14, denn es haben spontan doch noch mehr Leute zugesagt als erwartet. Macht aber nichts, wir haben uns trotzdem nicht sonderlich breit gemacht, wir hatten unseren Platz und waren happy damit.
Kaum saß ich, bestellte ich meinen ersten Cocktail, die Hälfte des Tisches ihren nächsten.

Kurze Zeit später kam noch mein Partner, der noch dringende Telefonate erledigen musste, hinzu. Nr. 15. Er bat um einen Stuhl, bestellte, weitere Leute auch, der Kellner kam, verschüttete drei Cocktails (passiert jedem Mal in der Hektik), vergaß einen, verwechselte zwei. Macht nichts, wir waren gut gelaunt, es war alles in Ordnung.
Cocktails leer, neue bestellt. Ich hab immerhin in 2 Stunden 3 Cocktails getrunken.
Finde ich nicht wenig, aber das ist ja nur subjektiv. Meine Mitgäste waren wesentlich besser unterwegs.

Egal. Nummer 16 stieß hinzu, der Veranstalter bat um einen weiteren Stuhl. Und da begann das Fiasko:
Nein. Es sei denn, man setze sich als neuer Gast an einen neuen Tisch. Wir sahen den Veranstalter mit dem Kellner diskutieren. Länger. Dann stieß der Betriebsleiter hinzu. Diskussion.
Wir waren verwirrt, währenddessen bestellten noch welche einen Cocktail.

Dann kam unser Veranstalter auf uns zu mit den Worten:
“Wir sind hier nicht mehr erwünscht.”
Kurzgefasst: Wir würden zu wenig Umsatz machen (in drei Stunden über 300,- €, und das bei einer “5,- Aktion” für jeden Cocktail) und von dem Geld könne er nichtmal seinen Kellner zahlen, wir würden anderen Gästen die Plätze wegnehmen (es gab ausreichend freie Tische) und wir hätten unsere zwei Stunden Reservierung schon längst überschritten (wovon am Telefon nie die Rede war), abgesehen davon haben wir ja nichts gegessen (wir saßen nicht im Restaurant-Bereich). Und ach ja, wir sind weit mehr Personen als reserviert wurden! Aber das dann auf gleicher Tischbesetzung. (Meine Mutter als ehemalige Restaurantbesitzerin hätte sich über so etwas gefreut!)

Tja, da waren wir sprachlos. In der Zwischenzeit kamen die letzten bestellten Cocktails, die wir dann zurückgeschickt haben. Der (fremde) Kellner, der sie brachte, war entrüstet, immerhin hätten wir diese bestellt! Aber was soll man dazu noch sagen? Letztendlich kam “unser” Kellner (dem das alles irgendwie furchtbar leid tat) und hat die Cocktails nach einer kleinen Diskussion wieder zurückschicken können.

Wir hatten die Schnauze voll. Wollten zahlen. Der Veranstalter wollte die Runde übernehmen und mit Karte zahlen. Ging nicht, man nehme keine Karte. So ein Riesenladen und dann ging das nicht? Unvorstellbar.
Also zahlte jeder für sich. Was natürlich dauerte.
In der Zeit (wir waren die ersten, die gezahlt haben), packten mein Partner und ich unsere Sachen zusammen und warteten am Eingang auf den Rest. Wir beschlossen, uns die Visitenkarte und den Namen vom Betriebsleiter (der uns letztendlich ja rausschmiss), zu besorgen. Ja klar, gerne.
Karte bekommen.
Wir fragten ihn, ob er denn Restaurant-Kritik.de kenne und ohne dass er uns wirklich aussprechen ließ, meinte er nur gelassen, klar, kenne er und “… den Beitrag kann man löschen.”

Ob er weiss, dass das nicht stimmt und dass schon einige mit diesem Wunsch geklagt und verloren haben?

Auf jeden Fall eine Unverschämtheit, was uns an dem Freitag widerfahren ist.
Nicht falsch verstehen: Die Cocktails waren superlecker. Aber der Service widersprach jeder Etikette der Gastronomie. Ein deftiger Grund, dieses Lokal nie wieder zu betreten.

9 Antworten zu “Mauritius, ein Horror-Paradies.”

  1. Wir hatten mal einen ähnlichen Vorfall. Wir sollten während der Happy Hour gehen, da der Laden früher zu machen wolle, da nicht genug Umsatz generiert werden würde. Das geht ganz schön an die Nieren, wenn man gerade mit Freunden Spaß hat.

    PS: Bei uns (www.kesselfieber.de) wird nichts gelöscht. Und es richtet sich speziell an die Stuttgarter ;) - ich weiß, ist Schleichwerbung, aber die Stuttgarter würden sich über solch ausführlichen Bewertungen freuen.

  2. Danke Thomas für den Hinweis. Bei den anderen Portalen darf auch nichts gelöscht werden, es sei denn, es ist beleidigend.
    Sonst ist ds Portal nichts mehr wert.

    Werde aber bei Euch gerne den Beitrag veröffentlichen!

  3. Ein Freud von mir hatte mal einen Käfer in seinem Salat! War da selber noch nie essen und werde ich glaub auch nie!

  4. So etwas in der Art ist mir auch passiert, wir waren mit ca. 6 Leuten da, verspätet kam noch eine Kollegin dazu. Die bestellte sich einen Cocktail (Die erwähnten verschütetten Cocktails, Verwechsler etc. brauche ich ja nicht nochmal beschreiben) - dann nach gut 45 Minuten musste sie weiter, sagte dem Kellner das sie den Cocktail jetzt nicht mehr benötigt, es ist jetzt zu spät. 10 Minuten Später ging sie, da brachte ein anderer Kellner kurz darauf den cocktail. Darauf hinngewiesen das wir den nicht haben wollen nahm er ihn wieder mit, worauf der Oberhampel (vermutlich der gleiche wie bei euch) ankam und erklärte wir müssten den jetzt nehmen. Auf unsere Einwände meinte er nur das wir den bestellt haben, den dann auch bezahlen und außerdem würde sonst eh die Polizei gerufen, das sei so üblich, denen müssten wir es dann eh sagen, oder wir würden den bezahlen, es sei schließlich ein Rechtswirksamer Bewirtungsvertrag zustandegekommen (nebenher auch noch rechtlicher Unsinn) usw. usf.

    Die Antwort auf die später gesendete eMail waren durchweg unverschämt, keine Einsicht, nur der verweis darauf das man sich rechtlich zu wehren weiß und außerdem könne man auf solche Kunden verzichten, sollte ich irgendetwas von der eMail veröffentlichen sei ich eh dran… Abgesehen davon sei es strafbar wenn ich einen Eintrag schreibe der auch zum Inhalt hat, wie der Umgang mit einem anderen Gast war.

    Fazit: Never ever again! Dieser Laden kann mir gestohlen bleiben, ich lehne ihn bei jedem Treffen kategorisch ab und verweigere auch die Teilnahme an Treffen dort.

  5. Das macht ja schon fast Lust auf Katastrophentourismus. Kann man sich da auch alkoholfreie Cocktails zu spät liefern lassen?

  6. Bestimmt. Wahlweise auch verschütten.
    Ich hab an dem Abend auch nur alkoholfreie Cocktails getrunken, und ich muss sagen, die waren echt wirklich lecker! Aber die Cocktails waren ja auch nie das Problem - nichtmal die verschütteten.

  7. Ich vergebe 3 von 4 Sterne für das gute Essen, allerdings war an diesem Tag unaufmerksames und unfreundliches Personal vorhanden. Das muss noch verbessert werden. Unüblich war es für mich eine Bestellung über 3 Tische rüberzurufen.

  8. [...] Mauritius, ein Horror-Paradies.4. März 2012 … Mauritius, ein Horror-Paradies. by Rozana. Wenn man an Mauritius denkt, denkt man an ein paar Dinge: entweder eine Trauminsel, eine … [...]

  9. Bin ich ein Nerd, wenn ich bei Mauritius zunächst an eine Briefmarke denke? ;)

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