Hmm, eigentlich ist Nachmachen doof (und hat Segelohren).
Aber je mehr ich darüber nachdenke, desto sinnvoller erscheint es mir. Der Halbtürke hat mein Hirnschmalz den Stein ins Rollen gebracht, woraufhin ich mich langsam anfange zu fragen, was der Web 2.0-Exhibitionismus letztendlich für einen Sinn haben soll.
Okay, eigentlich kann ich ja die Klappe halten: Ich habe einen Blog, twittere fröhlich vor mich hin, habe bei Flickr einen recht aktiven Account, bin bei StayFriends - sogar bei MySpace bin ich, meiner “ich bin so dumm und kann nichtmal ein gescheites Layout für das Ding erstellen”-Seite, an der ich echt schon verzweifelt bin (zu kompliziert für mein Mediendesigner-Printler-Dasein!). Ach ja, Xing gibt’s ja auch noch… Dass ich noch nicht bei facebook angemeldet bin, wundert mich fast schon. Vielleicht bin ich das auch schon und habe es nur wieder vergessen (wäre nicht das erste Mal). Ich will gar nicht wissen, wieviele Account-Leichen ich irgendwo rumdümpeln habe.
Und wozu das Ganze?
Damit wir auf mehreren Seiten die gleichen Kontakte unser Eigen nennen können?
Oder geht das nur mir so? Wenn ich meine Kontakte durchsehe, lese ich immer wieder dieselben Namen. Und auf die betreffenden Seiten gehe ich immer nur dann, wenn ich eine eMail-Benachrichtigung bekomme, dass mir jemand was ins Gästebuch geschrieben hat - meistens dann so etwas Tiefsinniges wie “Hab’ Dich gefunden!” oder “Ach, Du auch hier? Die Welt ist ja soo klein!” - und dann, um keine beleidigten Gesichter vor sich zu haben, werden diese natürlich als Kontakt bestätigt. Weil sie im echten Leben sonst nicht mehr mit einem reden würden.
Rede ich denn, Account-sei-Dank, mehr mit den Leuten? Nein.
Kenne ich sie dadurch besser? Eigentlich auch nicht. Nur die Streuung, wie sie mich erreichen können, breitet sich aus. Das heißt für mich dann, dass ich meine Nachrichten über diverse Anbieter erstmal zusammensammeln muss?
Nee, kein Bock.
In diesem Sinne: Tschüß, studiVZ, tschüß, MySpace, tschüß, StayFriends und tschüß…. ja nee, das war’s dann auch.
Man muss ja nicht gleich übertreiben.